59°35 Nord & 19°10 Ost, Rödlöga

Rödlöga wollte dieses Mal schwer erkämpft werden. Über 4 Stunden für 15 Seemeilen. 20-25 kn voll gegen an, strömender Regen und dann knapp 1kn Gegenstrom. Für die letzten 4 Seemeilen musste noch die Maschine helfen. Aber geschafft und  zum Anlegen schob die Sonne sogar die Regenwolken beiseite. Ich peile eine freie Muringtonne an. Das Manöver fahre ich immer rückwärts, da ich so die Maschine und Ruder besser bedienen kann und am Heck die Tonne leichter an den Haken bekomme, ohne akrobatische Kunststücke am Bugkorb zu veranstalten. Selbst in der geschützten Bucht weht es noch mit 20 kn und der Schwell vom Nordwind wird durch die vorgelagerten Inseln nur unwesentlich gebremst.

Nun schreibe ich schon das zweite Mal über dieses wunderschöne Eiland. Ich bin wieder hier, wo ich letztes Jahr kehrt gemacht habe und wieder zurück nach Hause gefahren bin. Es war September, Nachsaison und schon recht frisch draußen. Der kleine Lebensmittelladen hatte schon geschlossen, trotzdem habe ich noch ein Brot bekommen. „Bezahlen Sie doch nächstes Jahr“ sagte damals die Besitzerin. Und deswegen bin ich hier. Doch der Laden hat erst nächste Woche wieder geöffnet. Kein Problem, denn die nette Frau wohnt gleich nebenan und kann sich an mich erinnern. „Wo ist der schöne Hund?“……Ach Loupi, du fehlst mir so!

Rödlöga, das ist die Insel ohne Strom und fließend Wasser, wo die Fundamente für die Häuser aus dem Boden wachsen und das Trinkwasser aus dem Granit gezapft wird. Sogar die Fahrwassertonnen hängen an den Bäumen.

Auch zum Paddeln ein Paradies. Rund 50 Kajaks liegen zum Verleih auf der Insel herum. Ich drehe  ein paar Runden in der Abendsonne.

Ich bin wieder allein unterwegs, am Sonntag habe ich Antje in Stockholm zum Bahnhof gebracht, 3 Wochen sind viel zu schnell vergangen. „Stockholm, da muss man hin.“ hieß es noch bei Freunden zu Hause. Nein, kann ich nicht bestätigen. Wir haben das Boot in Stavsnäs festgemacht und sind mit dem Bus ca. eine Stunde nach Stockholm gefahren.

Der Busfahrer war so nett und hat uns  kostenlos mitgenommen , da im Bus nicht bezahlt werden kann und er uns auch nicht sagen konnte, wo wir uns das Ticket  noch kaufen könnten.

Großstadt… der Trubel ist uns beiden nach vielen Tagen weitab der Zivilisation zu viel.

 

Außer ein paar schönen, schmalen Gassen, ähnlich wie in Venedig und ein paar Typen aus der Vergangenheit , die uns den Weg zeigen, finde ich solche Städte weniger interessant.

Wir schauen uns an und beschließen Stockholm nach einigen Stunden abzuhaken.

 

 

Für mich geht es von hier nun weiter. Auf Rödlöga warte ich jetzt auf passenden Wind, um nach Mariehamn auf den Ålands zu kommen. Also, mein nächstes Reiseziel sind die  Ålandinseln. Das ist schon Finnland mit schwedischer Kultur und Sprache. Sogar mit eigener Flagge und Briefmarke. Das schaue ich mir mal an, bis bald.

Finnland ich komme.

 

2 Gedanken zu „59°35 Nord & 19°10 Ost, Rödlöga“

  1. Hallo Michael,
    wir sind wieder auf Deiner Welle. Wie immer wunderbare Fotos,
    und wie gerne würden wir uns das auch mal ansehen. Aber unser Reiseziel liegt entgegengesetzt. Machs gut und weiterhin so informative Berichte.
    Gerloupine

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