Adventsgruß

Was für ein schönes Wochenende! „Wo willst du denn jetzt hin?“ fragt ein Freund, als ich am Steg die Leinen löse. „Es ist traumhaft draußen, die Sonne wärmt und ich kann den leichten Westwind doch nicht ungenutzt davon ziehen lassen.“

Wir haben den 2. Advent. Ich bin seit einer Woche aus Dänemark zurück und schon wieder juckt es mir in den Fingern, die Segel zu setzen und raus zu fahren.

Meine Freundin ist mit an Bord, so brauche ich diesen herrlichen Tag nicht allein genießen.

Die Maschine schüttelt sich widerwillig warm und auf dem Steg kämpft der Raureif der letzten Nacht gegen die Sonnenstrahlen. Dezembersegeln, eigentlich nicht die Hauptsaison am Strelasund. Es ist Wochenende und zahlreiche Passanten flanieren dick eingemummelt auf der Mole entlang.

Wir tuckern durch den Hafen, setzen die Segel und das Boot legt sich am Molenkopf sanft auf die Seite. Zuschauer wie zur Mittwochsregatta. Ein tolles Gefühl. Vertraut aber heute besonders schön. Mit der Sonne im Rücken gleiten wir bei halbem Wind in nördliche Richtung.

Freie Fahrt? Nein, einige Angler und dann doch ein Segel voraus. Wir sind nicht die Einzigen! Als das Boot, eine Ixylon-Jolle, dann dichter kommt, ruft den Mann an der Pinne mir zu: „Hey Micha, ein herrlicher Tag heute!“ Ein Freund aus Stralsund ist mit seinem Sohn unterwegs. Wir machen ein paar Aufnahmen und genießen die Stille auf dem Wasser. Es gibt Tee und Kekse. Kurz vor dem Gellen, der südlichsten Spitze von Hiddensee, dann die einzige Wende des Tages.

Der Wind nimmt etwas ab und so wird der Rückweg nach Stralsund in der Abendsonne zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Im Hafen festgemacht sind wir uns einig: „Heute haben wir alles richtig gemacht.“ advent-17

Ich wünsche allen Lesern und Freunden eine schöne Adventszeit. Ahoi.

3 Gedanken zu „Adventsgruß“

  1. Hallo Michael,

    vielen Dank für Deinen Adventsgruß, den wir gern aus Deiner Hauptstadt erwidern.

    Ich beobachte Dich schon eine ganze Weile, genauer, seit Anfang April – wir lagen, kurz nach Deiner Rückkehr aus dem Dänischen, in Warnemünde vor der Spundwand, neben Euch.
    Du erinnerst Dich wahrscheinlich nicht – mein Skipper vielleicht schon eher, dem Du, mit Blick auf unseren Plotter etwas von „Hausfrauenmodus“ erzähltest …

    Rückblickend auf Deine Frage „Wer bin ich?“ – ganz klar, ein außergewöhnlicher, mit leichter Trifft ins Anders sein.
    Also völlig neben dem Mainstream – sehr sympathisch!

    Deine „Liebeserklärung“ an diesen Sommer können wir sehr gut nachempfinden, für ein paar Momente lagen wir, mit unserem `Rund Usedom` in doppelter Hinsicht, in Deinem Kielwasser – für Momente.

    Ich wünsche Dir,
    eine besinnlich, sonnige Adventszeit
    und ein gutes Winterlager.

    In diesem Sinn
    grüßt Dich

    Udo L.

    aus der großen, Raureif bedeckten Stadt

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