Die 2. Woche fängt sportlich an

Das fängt ja gut an. Bei 7-8 Windstärken habe ich mir am Mittwoch eine Relingstütze demoliert.  Ich war etwas unachtsam beim Festmachen an einer Muringboje. Seit dem sitze ich schon wieder 2 Tage an einem Fleck und überprüfe, ob der Wetterbericht stimmt. Wird Zeit für einen Wetterumschwung. Das Gute an der Vorsaison, ich bezahle nirgend wo ein Liegegeld und habe meist Strom und Wasser für lau. Einige Segler sind schon unterwegs, ich bin nicht allein. Am Montag habe ich mich durch die Kornaten gestampft, 6-7 Windstärken von vorn und bei kurzer Kappelwelle von 50 cm. Eine Crew an der Nachbartonne meinte am Nachmittag: „Sportlich, sportlich“ ich nicke und springe kopfüber in das türkisfarbene Wasser. Gefühlt 10 Grad, aber ich bin ja sportlich.

Gestern habe ich einen großen Frachter, der meinen Kurs kreuzte, angefunkt. Ich wollte doch mein neues AIS-Signal überprüfen. Ob er mich denn auch sieht auf dem AIS-Bildschirm? Nein, er wüsste nicht was AIS ist. Dann fragte ich, ob ich denn wenigsten auf seinen Radarbildschirm zu sehen bin? Auch nein. Ich meinte dann, er solle mal aus dem Fenster schauen, ich bin ein Geist und immer schön aufpassen. Over and out.

Souvenirs oder der Tag danach

Heute Nacht bin ich um 4 Uhr in der Koje hochgeschreckt, als der Wind von 0 auf 35 Knoten einsetzte und genau in meine Bucht hinein. Einen Meter Welle innerhalb weniger Sekunden. Dann riss die Tonne, an der ich befestigt war, einfach ab. Das Boot trieb in Rauschefahrt auf die Felsen zu. Adrenalin pur. Die Maschine sprang zum Glück an und ich fuhr im Schlafanzug aus der Bucht hinaus. 4.30 Uhr, da ist es noch dunkel. Ich rette mich 2 Seemeilen weiter in eine ruhigere Bucht. Der Anker hielt. Die Muringtonne hing noch immer am Bug, ich schwöre, ich wollte sie nicht entwenden. Jetzt kommt zu meiner Ankerparanoia noch eine Bojenparanoia hinzu. Auf solche Souvenirs kann ich gern verzichten.

Chaos an Board nach solch einer Aktion

Frohe Ostern!

6 Gedanken zu „Die 2. Woche fängt sportlich an“

  1. Super Micha selten so gelacht. Was war das denn für ein Frachter der kein AIS kennt. Mann oh Mann. Micha ich habe deinen Zellt verlegt mit deiner MMSI. Kannst du mir die nochmal geben? Ich wollte mal auf marinetraffic.com schauen ob ich dich verfolgen kann. Voraussetzung ist natürlich das du deine Funke an hast.

    LG Welle und halte durch!

    1. Hab auch gelacht, das Ding war 236 Meter lang und fuhr zwischen den Inseln. Ich hab noch seinen Funk gehört, wie er seinen Hafen kontaktiert hat. Keiner hat geantwortet. Der soll bloß aufpassen.

  2. Hallo
    zu dem Vorfall mit dem Kahn, der kein AIS kennt: hatte er denn Radar laufen? und wenn ja, welcher Radarreflektor war gesetzt?
    volker

    1. Hi, der Mann auf der Brücke kannte kein AIS. Radar hat wohl jeder der Frachter an Bord. Ich habe einen ganz normalen Reflektor. Bin bis jetzt immer zu sehen gewesen. Habe mich heute mit einer norwegischen Segelyacht unterhalten, er sieht mich per AIS und Radar. Alles gut, der Mann mit dem Frachter wußte auch mit dem Wort „Cargo Vessel“ nicht anzufangen.

      1. Hallo
        ich komme nur drauf, weil Uwe Rötgering nach Spitzbergen unterwegs war mit Radartransponder und auch einen Frachter getroffen hat mit der Bitte, wie gut er denn auf dem Radar zu sehen sei. Hat der Frachter nicht, hatte kein Radar an!
        Volker

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