Ein Traum

Mit dem Wort „traumhaft“ gehen wir manchmal sehr leichtfertig um. Eigentlich ist ein Traum eine psychische Aktivität während des Schlafes. Der Neuropsychologe John Hobson zum Beispiel beschreibt den Traum als „… a form of madness“ eine Form des Wahnsinns.

ich bin im Außenposten
ich bin im Außenposten

Nun hatte ich gestern einen solchen Traum den ganzen Tag, einen Traumtag und ich war den ganzen Tag wach. Keiner da, der mich kneifen konnte. Ich wünschte, der Tag ginge nie zu Ende. 32 Seemeilen mit dem Parasail. Südwestwind mit konstanten 10 kn den ganzen Tag. Nach meinem Aufenthalt in der Karlslunds-Marina eine Nacht vor Anker in einer namenlosen Bucht. Dann gestern früh bei Sonnenschein den Parasailor aus dem Sack und durch den Stockholmer Schärengarten nördlich des Kanholms Fjord bis nach Rödlöga, einer Außenschäre auf N 59° 35,7 und E 019° 10,4- und ehemaligem militärischen Außenposten Schwedens. Außer ein paar Kurskorrekturen hatte ich nichts zu tun. So habe ich mich eine gute Stunde ins Beiboot gesetzt und meinen Traum gelebt. Keine Welle, blauer Himmel und 21 Grad. Das nenne ich mal „traumhaft“.

Und dann Rödlöga, eine Ferieninsel in der Nachsaison. Schweden wie vor 100 Jahren. Schweden 2 (16)Kein Strom, kein fließend Wasser. Jeder hat eine Handpumpe im Garten stehen, mit der das Grundwasser zu Tage befördert wird. Grundwasser auf einer Schäreninsel, geht das? Strom nur aus Sonnen- und Windenergie.

Mir gefällt diese Insel ganz besonders. Überall wohin das Auge schaut -Granit. Schweden 2 (17)Neben dem Haus, unter dem Haus, jeder hat so einen Stein im Garten.

Der Minilivs, ein kleiner Supermarkt, hat schon Winterschlaf, aber die nette Dame von nebenan hat den Schlüssel. Und sie hat alle Schlüssel der  Hütten auf der Insel, die an einem Inselriss an der Decke hängen .

Leider kann nicht kassiert werden, da auch hier der Strom fehlt, da gibt es das Brot eben mal geschenkt. „…kommen Sie doch nächstes Jahr vielleicht wieder und bezahlen dann.“ Das werde ich tun, denn Rödlöga ist ein wahrer Traum.

Beim Rundgang und Sightseeing auf der Insel und während der Suche nach Blaubeeren war ich wieder der Mann für alle Fälle. Eine ältere Dame bekommt ihren Rasenmäher nicht in Gang. Nun, da ich an Bord besser ausgestattet bin als manche Rasenmäherwerkstatt, soll mein übergewichtiges Werkzeug auch einmal eingesetzt werden. Meine Hände sind Schweden 2 (18)eh schon von den leckeren blauen Beeren markiert.

Der Mäher verrichtet wieder seinen Dienst und die Besitzerin sagt „.. das ist ja traumhaft“

Genau, das meine ich auch. Ahoi Rödlöga.

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