Gedser, Klappe die 3.

15. Dezember, es fällt mir nicht schwer, vor Sonnenaufgang aufzustehen. Es ist schon 8:15 Uhr,draußen regt sich wieder kein Lüftchen. Dez (2)Waren denn nicht Nordost 8-10 Kn angekündigt? Ich lass den Tag wie immer langsam in Schwung kommen. Gassirunde mit Loupi, Bäcker und der Gang zu den Duschen. Das Wasser ist eiskalt, da mal wieder der Warmwasserkessel im Eimer ist. Ohnehin vergeht mir das Duschen in der Marina, da ein paar bekannte Angler von meinem Steg ihre Fische im Waschraum geputzt haben. Dez (3)So eine Schweinerei, überall Fischschuppen im Waschbecken, auf Waschmaschine und Trockner. Sogar Fischblut auf dem Fußboden. Ich bin entsetzt über diese Hinterlassenschaften.

Erst gegen 12 Uhr verhole ich mein Boot zur Wasserstelle. Dez (4)Eine Stunde später werfe ich die Leinen los und motore durch das Hafenbecken. Was im Sommer vielleicht zum normalen Stadtbild gehört, passt heute nicht so recht zur Jahreszeit. Mein Großsegel leuchtet schon lange nicht mehr weiß und überhaupt will es heute gar nicht richtig hell werden. Es ist Mitte Dezember und 3° Grad zeigt mein Thermometer. Am Molenkopf rolle ich noch die kleine Genua aus und nehme Kurs 360°, Richtung Hiddensee. Dez (8)Das Boot legt sich auf die Seite, ich habe dieses Grinsen wie bei jedem Trip im Gesicht. Nach einer Stunde biege ich in die Vierendehlrinne, Richtung Barhöft ab. Dez (9)Entscheide mich  für den kleinen Hafen nördlich von Stralsund, kurz vor der Ausfahrt auf die Ostsee. Auch wenn man bei Ostwind gut vor Hiddensee den Anker werfen kann, entscheide ich mich heute für die bequeme Version im Hafen fest zumachen. 15:00 Uhr und es wird  dunkel.

Am nächsten Morgen bin ich früh hoch. Es ist stockfinster. Heute will ich auf die Ostsee. Auch Loupi mag keine Dunkelheit und schon gar nicht am Morgen. Dez (10)Gassirunde bevor ich ablege, ein Ritual das ich den ganzen Sommer praktiziert habe. 8:00 Uhr, ich werfe die Leinen los. Nur mit Vorsegel geht es durch das enge Fahrwasser von Barhöft an Hiddensee vorbei auf die Ostsee. Jetzt weht es bereits mit 15 kn. Nach 30 min nehme ich das Großsegel hinzu und auch gleich ins 1. Reff. Der Wind pegelt sich bei 18 kn ein, ich installiere meine GoPro am Geräteträger und verkrieche mich unter Deck. Bei Frühstück in Rauschefahrt geht es an Zingst, Prerow und dem Darßer Ort vorbei. Jetzt kommt der Dez (13)Wind aus Süd, mich erwartet ein Wellencaos hinter´m Darßer Ort. Ich entscheide, auf Kurs zu bleiben und die Südspitze von Falster anzusteuern, genau nach Gedser. Heute sehe ich keine Schiffe in der Kadetrinne, dem Verkehrstrennungsgebiet zwischen der dänischen und deutschen Ostseeküste . Vielleicht liegt es daran, dass es diesig ist und mein AIS nicht funktioniert. Also die ganze Fahrt Ausschau halten.Dez (14)

In weniger als 7 Stunden mache ich die Leinen im Sportboothafen Gedser fest.

Früher als erwartet. Na, bei der Reisegeschwindigkeit! Im Sommer wäre sie hilfreich, um am Nachmittag einen freien Liegeplatz zu erwischen. Doch heute bin ich wieder mal allein. Das ist „Segeln in der Weihnachtszeit“. Da fällt mir ein, dass ich heute noch kein Türchen von meinem Adventskalender geöffnet habe, es ist der 16. Dezember, keine 100 Tage bis Frühlingsanfang. Ich wünsche allen eine schöne Vorweihnachtszeit !

4 Gedanken zu „Gedser, Klappe die 3.“

  1. Moin Micha,
    schöne Bilder sind es wieder! Ich wünsche Dir ein Frohes Weihnachtsfest! Bleibst du über Weihnachten und Jahreswechsel in Gedser oder bist du in Rostock bei Deiner Liebsten?

    1. Moinsen, ich fahre die Tage nach Warnemünde zum Weihnachtsmann, die Geschenke abholen;-)
      Nach Weihnachten und zu Silvester bin ich dann wieder zurück.
      Wünsche euch auch schöne Feiertge.

  2. Hallo Michael freue mich immer über Deine Unternehmungen und Dein Bericht ist wieder vom Feinsten. Hatte Dich ja heute zum Mittagessen erwartet aber wenn ich mich jetzt aufmache sind die Rouladen bis Gedser kalt. Wir trinken heute einen Glühwein auf Dein Wohl und eine gute Überfahrt nach Warnemünde.
    Bis Weihnachten Gerloupine

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