Liebeserklärung

Ein wunderbarer Sommer geht zu Ende. Ein traumhafter Einhand-Törn entlang der schwedischen Ostküste liegt hinter mir. Es war ein Jahrhundertsommer,

Rangleholmen
Rangleholmen
Olaf mit meiner Kamera
Olaf mit meiner Kamera

haben mir die Schweden berichtet. Und wirklich, bei meinem Rückblick auf diesen Sommer komme ich auf 3 Regentage. Alle diese Tage endeten allerdings mit abendlichem blauem Himmel und traumhaften Sonnenuntergängen. Überhaupt war es ein Jahr mit sehr, sehr vielen wunderbaren Segeltagen. Der Törn neigt sich nun dem Ende. Gut 2000 Seemeilen in 120 Tagen, das heißt täglich knapp 20 Seemeilen. Dabei waren durchaus Etappen von 90 sm oder manchmal auch 5 Tage in einer Bucht, ohne den Anker zu lichten, an der Tagesordnung. Alle meine Erlebnisse und Eindrücke schreibe ich über das ganze Jahr penibel in ein Logbuch, um jetzt in der windigen und kälteren Saison die Erinnerungen noch einmal aufleben zu lassen. Welche Kosten ich hatte, veröffentliche ich im nächsten Bericht. Es war mein erster Törn in die schwedischen Schären. Alles Gelesene oder Berichtete wurde bei weitem übertroffen. hidde-2-42Gerade das Reisen mit Segelboot und Hund machen diesen Törn so interessant. Denn täglich mindestens 3 mal geht es an Land um die Beine zu vertreten und die Landschaft zu erschnüffeln. Loupi ist mit seinen fast 11 Jahren topfit, seine Muskeln werden täglich beansprucht. Immer wieder bin ich beeindruckt, wie mein Hund die glatten Felsen  erklettert. Auch der Orientierungssinn ist besser als meiner. Denn an Land verliere ich öfters schon mal den Weg zurück zum Boot. Loupi bleibt dann immer auf dem richtigen Weg stehen, setz sich hin und meint damit: „Herrchen, hier geht´s lang“ Auf dem Rückweg habe ich in Kalmar Segler Olaf kennen gelernt. Er hat auf seiner 29“ Bijou eine kleine Ostseerunde in 3 Monaten erlebt. Auch habe ich 2 Jungs getroffen, die die gleiche Strecke in 3 Wochen „absolviert“ haben. Meine Meinung dazu: Es geht hier nicht um die Wette.

Zusammen mit Olaf bin ich über Utklippan, Insel Hanö bis nach Ystad gefahren.  Auf diesen Strecken sind dann endlich einmal Bilder in Aktion entstanden. Wann hat mal schon mal die Chance, sein eigenes Boot so zu sehen. Vielen Dank an dieser Stelle an Olaf Kanter.

Mein Weg ging weiter nach Süden, 70 Seemeilen direkt nach Hiddensee. Eine

über die Ostsee
über die Ostsee

schöne Tagesetappe mit knapp 10 Stunden und fast alles mit dem Parasailor. Nur am Dornbusch auf Hiddensee kam der Wind von vorn und ich habe für die letzten 8 Seemeilen noch einmal die Segel gewechselt.

Der Ankerplatz am

am Süder
am Süder

Süder war wieder einmal mein Ziel. Es ist schön, wieder „hier“ zu sein. Hier bin ich zu Hause. Ich liebe Hiddensee. Auch Loupi findet den schönen Strand toll und tobt sich im Sonnenuntergang richtig aus. Am nächsten Tag  leichter Nordost und ich bin mal wieder Gast im Nothafen am Darßer Ort. Im Frühjahr wurde hier auf 4,5 Meter gebaggert, ich hatte berichtet, 6 Monate später schiebe ich bei nur noch 2 Meter Wassertiefe meinen Kiel durch Schlick und Gras. Weiter über Gedser, hidde-2-39wo meine Freundin ihre zwei Seebären sehnsüchtig empfängt, dann einen Tag später zusammen nach Warnemünde. Nach 2 Tagen vor Anker am Strand vor Warnemünde genossen und mit ordentlichen 30-35 kn aus Südwest

Warnemünde
Warnemünde

wieder nach Stralsund. In der Stadtmarina wettere ich nun seit 5 Tagen den ersten Herbststurm ab. Das Tief Matthew wühlt die Ostsee ordentlich auf. Hochwasser an der gesamten Ostseeküste. Wie gern hätte ich noch ein paar Wochen hinten angehängt, allerdings sind die Wetterbedingungen in unseren Breiten keineswegs barfußtauglich.

Ein paar Tage bleiben noch, um mir einen geeigneten Winterhafen zu suchen.

Stralsund
Stralsund

5 Gedanken zu „Liebeserklärung“

  1. Hallo, jede Woche schauen wir nach ob es von Dir einen neuen Bericht gibt. Deine Beschreibungen von Deiner letzten Sommereise sind wieder sehr gut und die natürlichen Fotos lassen uns in Gedanken mitreisen denn es kann nichts Schöneres geben als tollen Wind zum Segeln. Bleibe weiterhin so fit und in Schwung damit wir bald wieder einen neuen Bericht bekommen.
    L.G. Gerloupine

  2. Hallo Micha
    hab die letzten zwei Tage deinen ges. Blog gelesen, hat mich so fasziniert, echt toll, mach weiter so!!

    Frage, war Loupi schon mal seekrank und wenn ja, wie wirkt sich das aus?

    da du ja auch gerne ankerst, mal ein Hinweis auf http://www.ruemhart.net/ , dem Jügen ist sein Ankergurt verrottet

    Grüße aus Berlin
    Charly

    1. Hey Karl, dankeschön. Loupi ist immer dabei. Er wird immer sehr ruhig, nimmt kein Fressen und Trinken zu sich, was auf langen Strecken bedenklich ist. Ansonsten habe ich mehr mit der Seekrankheit zu tun als meine Hund;-) Gruß Micha.

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