Dänemark Rund Falster 2012

Leinen los!

Bilder zur Tour hier entlang…..

So einfach ist das und schon ist der Alltag vergessen. Unter Segeln geht es raus aus dem Hafen von Stahlbrode. Hinaus auf den Strelasund, Kurs Nord. Die Sonne scheint, Südost 3 und der Spi ist prall gefüllt. Mit einem besseren Start kann ein Törn gar nicht beginnen.

16:00 Uhr fest vor der Brücke am Ziegelgraben. Eine willkommene Zwangspause mit Kaffee und Kuchen. Ich tausche noch schnell die Fock gegen die Genua, denn die Vorhersage für heute Abend war nur noch 1-2 Bft aus Ost.Dänemark (4)

17:20 Uhr Grünes Licht an der Durchfahrt, die den Dänholm und Rügen mit dem Festland verbindet. Segel hoch und mit einen breiten Grinsen im Gesicht, die Zeit gefunden zu haben sich ein paar Tage frei zu machen, steuern wir Richtung Nord. Mit einer kleinen Wettfahrt, ich nehme an der andere Segler wusste nichts von seinem Glück, ging es mit berauschenden 7 kn die Vierendehlrinne an Barhöft vorbei auf die Ostsee. Baden im Sonnenuntergang und Abendbrot bei Vollmond. 20:30 Uhr Anker fällt auf 54°30´25N 013°04`17EDänemark (15)

Der nächste Tag begrüßt uns mit Sonne. Nach Baden, Landgang und gutem Frühstück klar Schiff. 10:15 Uhr Anker auf, mit Spi und Groß Kurs 270° den Darßer Ort vorm Bug. Irgendwann den Darßer Ort quer ab, die Sonne geht und nimmt den Wind gleich mit. Dafür gibt es etwas Regen……….. ein schlechter Tausch. Mit einer Geschwindigkeit von 0,8 kn habe ich die Zeit auf Fischfang zu gehen. Ein Dorsch zum Abendbrot ist das Ergebnis. 19:45 Uhr dann doch schon die Einfahrt zum Alten Strom in Warnemünde. Ein letzter Platz für uns, genau gegenüber der Shoppingmeile. Tolle Aussicht. Klar Schiff und Klar Dorsch……………………..Dänemark (18)

Heute ist Montag und es regnet schon den ganzen Morgen. Meine Freundin Antje muss leider ab heute wieder zur Arbeit, mit dem Klapprad von hier aus kein Problem. Für mich geht es ab hier allein weiter. Einige Reparaturen am Autopilot, mal wieder eine neue Pinnen- Verlängerung und die Gastlandflagge für Dänemark gibt es gleich am Steg zu kaufen.navi

12:00 Uhr der Regen lässt nach, ich schuppse mich unter Groß aus der Box in den Alten Strom Richtung Ostsee. Doch draußen rollen die weißen Ostseewellen über die Mole. Sofort einen Anleger an die Mittelmole von Warnemünde gefahren. Die Genua schnell gegen die Fock getauscht und im Groß das 2. Reff gebunden. Vorhersage 6 aus West. 13:00 Uhr dann endlich los. Der Wetterbericht hatte nicht übertrieben. Meine 7,90m passen genau in die Wellentäler hinein. Die Sonne lacht und der Autopilot bemüht sich Kurs 340° Gedser zu halten. 16:00 Uhr quere ich dann schon das Trennungsgebiet zwischen Dänemark und Deutschland, ich habe eine Menge Respekt vor den großen Frachtern. Ob mich alle auf dem Schirm haben? Schnell noch die dänische Gastlandflagge hoch und schon war der Fährhafen von Gedser in Sicht. Doch eine Gewitterfront will mir 1 Seemeile vor dem Ziel den Spaß noch vermiesen. 8-9 Windstärken, die Gischt fliegt mir um die Ohren. Segelbergen wird zum Zirkusakt mit sehr miserablen Haltungsnoten. Zum Glück dauert der Spuck nur 15min. Unter Fock geht es flott in den Sportboothafen von Gedser zielgerichtet in eine freie Box. Meine Nachbarn meinen nur: “Alle Achtung, vor einer halben Stunde haben wir 52kn Wind gemessen” Na, nun bin ich ja hier, es ist 19:00 Uhr.Dänemark (19)

Einen ganzen Hafentag gönne ich mir. Gedser ist schön, aber nur bei konstanten 8-9Bft aus West. Ich habe doch Urlaub, mit Strandbesuch, Mittagsschlaf, Nachmittagsschlaf und dann früh ins Bett geht der Tag vorrüber.

Der nächste Tag lockt mich mit Sonne aus der Koje und 6-7 Bft noch immer aus West. Egal, 2. Reff und Kurs 330° geht es an der Küste von Falster entlang. Ich bin wohl der Einzige unter Segeln heute. In den Bredningen hinein und dann Kurs Guldborg Sund. Die Autos halten brav an der Klappbrücke von Nykøbing/Falster. Zu früh ist es um den Tag ausklingen zu lassen und das Industriegebiet ist alles andere als sehenswert. Weiter geht´s. Der Wind kommt mittlerweile aus Nordwest – mein Kurs Nordwest. Nach gefühlten 1 Millionen Kreuzschlägen den Guldborg Sund hinauf, überholt mich eine Elan 37 auf der Kreuz. Diesem Boots-Typ träume ich schon eine ganze Weile hinterher und ahne nicht, ein halbes Jahr später, welch eine Rolle dieses Boot spielt und mein Leben verändert. Die Landschaft im Guldborg Sund ist wunderschön. Zu motoren wäre eine Schande. Es geht gegen an. 15:00 Uhr, ich bin zu dicht und zu früh an der Klappbrücke von Guldborg. Die Autos halten mal wieder und der Brückenwärter winkt mich freundlich durch. Das wünsche ich mir einmal nur zu Hause an der Ziegelgrabenbrücke im Strelasund. Weiter mit 2 langen Schlägen geht es über den Smålandsfarvandet – Kleinbauern Gewässer, hm, lustiger Name. Dicht unter der Insel Femø durch, denn der Wind will nicht unter 6Bft rutschen. Mein Ziel ist heute Femø-Havn. Es geht mal wieder gegen an. 19:30 Uhr dann endlich fest in Femø havn. Es war ein langer Tag.

10:00 Uhr ein neuer Tag und wieder lacht die Sonne. 5 Bft aus Nordwest, es geht gegen an. Mein Ziel ist die nur 6 Seemeilen entfernte Insel Vejrø. Am Ende des Tages nach einer Umrundung von Vejrø sind es 21 sm. Nach einer unruhigen Nacht sollte Omø die nächste Etappe sein. Bei 5-6 aus Nordwest wieder gegen an? Heute nicht, neue Ziele braucht das Land… Ein kleiner Steg auf N 55°11`37 und E 011°18`29 an der Südwestküste von Sjælland sollte es sein. Doch mit einem Tiefgang von 1,20m kamen wir nicht in Festmacherlänge heran. Weiter geht´s auf raumen Kurs bis in die Sackgasse von Vordingborg. Die Brücke wollte und wollte sich nicht öffnen. Wie viele Kreise hätte ich noch drehen sollen? Der Schwell war zu stark um an dem Industriegelände fest zu machen. Es geht den Masnedsund zurück und, natürlich: gegen an. 21:00 Uhr nach der Querung der Storstrømvej-Brücke dann endlich fest in Gabensebro einer klitze kleinen niedlichen Marina. Kostenlos duschen und Fahrrad fahren – sonst nix. N 54°56`36 u . E 011°52`51Dänemark (23)

10:00 Uhr mal wieder Sonnenschein. Und zum ersten Mal nur 4 Windstärken und mit raumen Kurs in Richtung Farøbroen weiter den Storstrøm entlang. Tolles Segeln mit Autopilot, denn für 2 Stunden blieb der Spi vorm Bug. Ich genieße die Landschaft mit Kaffee und Snacks vom Bug aus. Die 8-9kn Fahrt, schiebe ein wenig auf den Strom. Aber nur ein wenig. Der Grønsund mündet in die Ostsee aber anders als das Fahrwasser südöstlich auf 150° gekennzeichnet ist, nehme ich östlichen Kurs 110° denn die Wassertiefe sollte mit angegebenen 2 Metern als ausreichend befahrbar sein. Knifflige 1,60m auf dem Echo nehme ich immer gelassen. Doch jetzt waren es seit über 10min nur noch 1,50m erst als die Zahl auf 1,40 und sogar kurz auf 1,30 sprang stand mir der Schweiß auf der Stirn. Denn bei 1,20m setzte ich definitiv auf.. Plan B lief schon im Kopfkino ab. Das tolle daran: bei 1,20m könnte ich im azurblauen Wasser aussteigen und schieben. Wie konstant doch der Meeresboden ist, minutenlang starre ich die 1,40m an. Dann endlich, das Wasser wird dunkler und der Meeresboden entfernt sich von meinem Kiel. Geschafft. 15:15 Uhr Segel bergen und fest in Klintholm. N 54°57`15 u. E 012°27`47

07:00 Uhr ein neuer Tag, nanu kein Wind. War nicht die Vorhersage 4 Bft aus West? Da kommt die Genua wieder zum Einsatz. Ein frühes Frühstück und los. 8:30 Uhr unter Segel aus der Box. 8:45 Uhr unter Segel beim Hafenmeister fest. Wer will den weiten Weg durch den ganzen Hafen schon laufen. 9:00 Uhr geräuschlos geht´s los. Hafenausfahrt Klintholm, da kann der Spi schon mal hoch. Mit Kurs 130° auf den Leuchtturm vom Dornbusch/Hiddensee und Autopilot gibt es die nächsten 4 Stunden nicht viel zu tun. 2. Frühstück, Aufräumen und Notizen machen lässt mir die Zeit nicht zu lang vorkommen. Anfangs leichter Nordwest, dann doch 4 Windstärken  mit rollender Welle. 11:00 Uhr passiere ich das VTG, wenig Verkehr heute. Immer wieder mörderischer Druck auf den Spi. Hiddensee voraus und die Blase zerrt uns immer wieder in bedenkliche Schräglage. Der Spi kommt lieber wieder runter, das Risiko ist einfach zu groß. 14:30 Uhr Ankerplatz auf N 54°35´31 u. E 013°09´16 etwas unruhig, aber zum Baden reicht’s. 16:00 Anker auf, dann eine schöne Tour durch die Boddengewässer hinter Hiddensee entlang. Schaproder Bodden, Kubitzer Bodden und dann die Vierendehlrinne das letzte Stück leider mit Motor. denn der Wind hat sich gänzlich verabschiedet. Passt ja auch zum Grau-Wasser-Segeln in den Boddengewässern. 19:00 Anker fällt auf N 54°26´26 u. E 013°02´42 vor Barhöft. Ein toller Tag mit schönem Ausklang.Dänemark (26)

Am nächsten Morgen lacht die Sonne. Ein laues Lüftchen aus Nordost. 09:00 Uhr Segel hoch, Anker hoch ich wollte mich geräuschlos davon schleichen. Doch nur 50m von meinem Ankerplatz war eine Sandbank mit einer 1,10m flachen Stelle. Zum Glück ein weicher Untergrund und mein Gewicht auf dem Bug halfen zum weiter kommen. Unter Segel geht es mit einigen Wenden wieder auf die Ostsee. 11:00 Uhr der Anker fällt auf N 54°30´36 u. E 013°04´24 ein herrlicher Tag mit Freunden und Sonnenbrand am Ostsee-Strand von Hiddensee.

01:00 Die Nacht ist finster und ruhig. Mein Plan zu der frühen Stunde ist: An diesem windlosen Tag mein Boot in Stahlbrode wieder gegen mein Auto zu tauschen. Es regt sich kein Lüftchen auf der Ostsee. Anker auf und mit Maschine bei 800U/min Kurs Boddengewässer. Nach Berechnung sollte ich den 05:20 Uhr Brückenzug schaffen. Es macht riesen Spaß in dunkler Nacht zu navigieren. Der Motor brummt vor sich hin und ich liege gut in der Zeit. Barhöft, Vierendehlrinne und dann Parower Haken endlich geht die Sonne auf.Dänemark (25)

05:18 Uhr ich bin pünktlich. Kein weiterer Segler möchte so früh die Ziegelgrabenbrücke passieren, wird die Brücke für mich allein aufgehen? Zu meinem Erstaunen, ja. Der Brückenwärter öffnet und begrüßt mich freundlich als Einzigen am frühen Morgen. Da ging mein Wunsch von der Klappbrücke in Guldborg doch in Erfüllung.Dänemark (30)

Eine schöne Fahrt bei spiegelglatter See. Es bleibt Zeit um ein paar Bilder einzufangen

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