Tervetuloa!

Nanu, wo bin ich denn gelandet? Das klingt ja wie in der Südsee. „Tervetuloa Suomi“ sagt der Beamte, als er mir meinen Pass zurück gibt und zurück auf das schnelle Schlauchboot der finnischen Küstenwache übersteigt. Ganze 20min haben wir uns bei mir an Bord über dies und das unterhalten. Ich hatte das Gefühl, er wollte ein Stück mitsegeln.

Ich bin gerade von Tallinn gekommen und wollte an Hanko südwestlich von Helsinki vorbei, noch 20sm weiter bis zur Marina Kasnäs.

Zur Sommersonnenwende kam ich von der Schäre Kökar auf den Ålands nach Kärdla auf Hiiumaa in Estland.

Ein wunderbarer 100 Seemeilen-Nachttörn, es wurde die ganze Nacht nicht dunkel.

Estland, das Land mit den vielen Ä´s, Ö´s und Ü´s in den Wörtern.

Nach Fahrradtour auf Hiiumaa und Shopping im Supermarkt ging es weiter nach Tallinn. Wieder ein Törn über Nacht, ich könnte mich daran gewöhnen.

 

In Tallinn treffe ich meine Freunde Corinna und Alex wieder. Sie sind mit ihrer SY Vacuna nun schon seit 2 Monaten den Schweinswalen in der Ostsee auf der Spur. Zusammen laufen wir ein paar Tage durch die touristengefüllte Metropole. Ich unternehme noch einmal einen Versuch, ein Visum für Russland zu bekommen. Kein Problem, wie ich bei der freundlichen Sachbearbeiterin am Visaschalter erfahre. „Haben Sie Passbild, 65,- € und 10 Tage Zeit?“ Ja, ja, nein. Ich will nicht warten, also wieder nix mit St. Petersburg. Die 6 stündige Busfahrt hätte ich noch auf mich genommen, aber weitere 10 Tage in dem Nobel-Hafen….?

Zusammen mit Corinna und Alex lagen wir 6 Tage im Hafen Noblessner und wurden ordentlich durchgerüttelt. Nobel ist nur der Name des Hafens, denn jede Schnellfähre und jedes Kreuzfahrtschiff, welche den Hafen von Tallinn anlaufen, bringt unglaublichen Schwell mit. Dieser schwabbelt sich im Hafenbecken aus und lässt die Boote Walzer tanzen.

2 kaputte Festmacher gehen auf die Rechnung. Eine Alternative wäre die „Old City Marina“ gewesen, allerdings stimmen 45,- € Liegegebühren am Tag nicht mit meiner Bordkasse überein. Dann lieber Bungee am Schwimmponton.

Also weiter, das war Estland. Nach Ankunft in Finnland suche ich geeignete Buchten oder Häfen auf, um Schutz vor dem drohenden Unwetter zu finden. Marina Kasnäs erreiche ich gegen 18 Uhr, kippe noch einmal mein Tagesziel und steuere  die Insel Nötö an. Die 80 Seemeilen von Tallinn bis hierhin verliefen einfach zu schön und wie im Bilderbuch, um jetzt schon abzubrechen. Also noch einmal 25sm bis Nötö.

Eine Wohltat, nach 6 Tagen Liegen in Tallinn´s nobler Gegend. Auf Nötö gibt es laut Hafenführer einen neuen Anleger für 5 Yachten.

Als ich gegen 23 Uhr pünktlich zum Sonnenuntergang in die Bucht fahre, zähle ich auch schon 5 Segelmasten. Endlich wieder Ankern, also Ankergeschirr klar und Gute Nacht. Der versprochene Starkwind bleibt am 2. Tag aus und ich folge dem Åland-Hafenführer nach Utö.

Der südlichste Außenposten Finnlands ist mit dem ältesten Leuchtturm Finnlands bestückt.

Im Führer steht geschrieben: „Utö ist ein Erlebnis für sich, muss man gesehen haben“ Bis 2005 war Utö militärisches Sperrgebiet und ist nun frei zugänglich. Da der kleine Anleger im Hafen von Utö von 2 finnischen Booten mit ihren langen Heckankergurten belegt ist,

mache ich auf der gegenüberliegenden Insel Ormskär an einem ehemaligen Militäranleger fest, setzte mich  in mein Kajak und erkunde die Gegend. Und den alten Leuchtturm auf Utö fasse ich an, denn ein alter Aberglaube besagt, dass man dann eines Tages wieder hierher zurückkommt. Auf dem Weg in die finnischen Schären vor Turku erwischt mich totale Flaute und feiner Nieselregen, der den ganzen Tag anhält. Ich motore  4 Stunden bis Korpoström auf der Insel Korpo, einen kleinen Hafen mit gutem Service. Am nächsten Tag sind Wind und Sonne zurück. Sie bescheren mir wunderbare Segeltage mit Buchtenbummeln, Baden, Lesen und Relaxen im fantastischen Schärenarchipel nordwestlich von Turku. Nach einer Woche lande ich auf der Außenschäre Isokari. Hier steht der 2. älteste Leuchtturm Finnlands. Ich mogel mich unter eine Reisegruppe und kann die Insel von oben sehen.

 

Highlight des Tages ist der wohl beste Rhababerkuchen ganz Finnlands. Den gibt es frisch zubereitet bei Ella in ihrem kleinen Insel-Cafe.

Für 10,- kann man an dem Steg ohne Strom und Wasser die Nacht bleiben. Mir gefällt´s.

7 Gedanken zu „Tervetuloa!“

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