Wer bin ich?

Es gibt gelegentlich Ähnlichkeiten zwischen Vögeln und den Seglern. Bei Wiki findet man diese Zeilen:

„Als Zugvogel wird eine Vogelart dann bezeichnet, wenn sie verschiedene Jahreszeiten an unterschiedlichen Orten verbringt. Obligate Zugvögel verlassen immer ungefähr zur selben Zeit und unabhängig von klimatischen Bedingungen ihre Brutgebiete, fliegen auf etwa gleichbleibenden Routen zu ihrem Winterquartier und kehren im darauffolgenden Frühjahr zurück. Das Gegenstück zum Zugvogel ist der Standvogel. Vogelarten, bei denen nur ein Teil der Populationen zieht, bezeichnet man als Teilzieher. Eine andere Mischform sind Strichvögel. Sie verlassen im Winter ihr Brutgebiet, bleiben aber in den selben Breiten.“

Nun kann ich mir davon etwas aussuchen, welcher Vogel ich bin. Also zu verschiedenen Jahreszeiten bin ich an verschiedenen Orten. Zugvogel? Ich bleibe aber auch diesen Winter in der Ostsee. Standvogel? Bleiben unsere Möwen im Winter nicht auch auf der Ostsee? Oder sind die Möwen an der portugiesischen Algave alles Aussteiger von der Ostsee? Andere Vögel verlassen ihr Brutgebiet, bleiben aber in der Region. Auch das trifft bei mir zu, Strichsegler. 😉

Stralsund
Stralsund

Ich bin wieder losgefahren. Nach einem langen Sommer in den schwedischen Ostschären und 3 Wochen zu Hause zieht es mich wieder in den Norden. Letzte Woche in Stralsund sagte mein Nachbar zu mir: „Wir müssen morgen früh hoch, wir wollen nach Barth ins Winterlager“ Ah, denke ich , ein Standvogel 😉

Es ist Ende Oktober, das Wetter hat sich nach dem ersten Herbststurm gebessert und ich antworte: „Ich fahre morgen auch los, aber nach Klintholm“, daraufhin mein Nachbar: „Du bist ja ein Vogel…..“ Ja, aber welcher?

Zum Glück bin ich kein türkischer Waldrapp.

Foto: GEO
Waldrapp Foto: GEO

Denn dieser Vogel durchquert jeden Sommer Syrien, Jordanien, Saudi-Arabien, Jemen und Eritrea. Laut der Zeitschrift GEO eine durch den Bürgerkrieg  gefährliche Reiseroute, denn sie werden immer wieder vom Himmel geschossen. Zum Schutz der Population ließ die türkische Regierung nun mehr als 200 Vögel in Käfige sperren.

Eigentlich wollte ich es ruhig angehen lassen. Stralsund-Barhöft und dann mal sehen. Der Wind kommt aus Südost 12 – 16 kn. 12:30 bin ich schon an Barhöft vorbei. 13:00 auf der Ostsee. Schnell noch ein Wettercheck, bevor ich das deutsche Netz verliere. Optimal mit 15-18 kn Raumschotkurs rutsche ich in 7 Std. über die Ostsee Richtung Møn. Es ist frisch geworden, auch unter Deck will das Thermometer nicht in den zweistelligen Bereich, ich denke an die Vögel an der Algave.

Kartenplotter
Kartenplotter

Nach 47 sm in Klintholm auf Møn freue ich mich über den Landanschluß zum Heizen. Am Bezahlautomat gibt es dann noch das WiFi-Passwort und so steht einem gemütlichen Abend unter Deck bei Regenwetter nichts mehr im Wege. Es ist schon Nach-Nachsaison, nur eine weitere Segelyacht auf Überführungstour liegt im Hafen. Am nächsten Morgen schon will ich weiter. Der Wind weht immer noch aus Südost, aber heute mit Sonnenschein. Ich nehme Kurs Nord, vorbei an den Kreidefelsen und durch die Dampferautobahn im Øresund.

Nach 6 Stunden und 40 sm zirkelte ich mein Boot in den kleinen Hafen von Skanör auf dem südwestlichsten Zipfel Schwedens. Auch hier freie Auswahl an Liegeplätzen.

Ich genieße den Herbst, lange Spaziergänge und Gassirunden am Strand freuen auch Loupi.

Wie es weiter geht, es bleibt spannend …..        Hej då!

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