X-Trip´s World und der Brief an den Weihnachtsmann

„Was macht der Bengel nur die ganze Zeit da oben?“ Eine der Fragen, die mich fast täglich erreichen. Auch in Island hat der Tag 24 Stunden, denke ich mir zumindest. Irgendwie gehen die rasend schnell vorbei. Heute gibt es keine Segelbilder, keine Angelbilder mit Fischen, kein gepostetes Essen.

Fasziniert und begeistert staune ich über das Wetter. Der schnelle Wechsel zwischen Flaute und Starkwind, die unglaublichen Regenmassen und seit kurzen auch Schneemassen. Nun bin ich alles andere als ein Meteorologe. Allerdings ist es schon erstaunlich, wenn innerhalb von 3 Tagen das Barometer von 980 auf 1045 hPa steigt. Das sind eben mal 180° vom Islandtief zum Islandhoch, die der Zeiger auf dem Barometerdisplay zurücklegt. Kalt bleibt es trotzdem. Wenn der Morgen sich mit Sonne ankündigt, heißt es nicht, dass der Tag schön wird. Dabei ist Sonne bald ein Fremdwort.

Marktplatz in Isafjordur

Morgens, wenn ich kurz nach 8 Uhr zum Bäcker gehe, sieht es so aus.

 

Verschiebe ich meine Einkaufsrunde, dann kann ich gegen 9:30 Uhr schon mit etwas Tageslicht rechnen.

 

Ich denke, dass ich kein Wetterfenster mehr finde,um noch einmal loszufahren. Wünschen würde ich es mir allerdings sehr. Noch einmal Segeln, noch einmal Fische fangen stehen dieses Jahr unter anderem auf meinem Brief an den Weihnachtsmann.

Vorerst muss ich mich mit kurzen Paddeltouren in meinem Kajak begnügen. Heute früh war der Hafen mit einer dünnen Eisschicht bedeckt. Es wäre eine Katastrophe, wenn ich für ein paar Tage weg bin und an meinem Liegeplatz haben dann schon ein paar dicke Eisschollen angelegt. Es gibt keinen weiteren ruhigen Platz hier in Isafjordur für mich. Mein Fahrrad ist zur Zeit mein Fortbewegungsmittel. Die Auswahl an Zielen ist jedoch begrenzt. Eine kleine Tour nach Bolungarvik im Westen oder Sudavik im Osten. Das war´s schon. In südlicher Richtung liegt der schöne Ort Flatery, allerdings nur durch einen Tunnel erreichbar. Also für Radfahrer gesperrt.

Ich habe es gestern in die Höhe probiert. Auf der Suche nach einem Skigebiet bin ich mit dem Fahrrad den Berg hoch gekraxelt.

Herrlicher Sonnenschein, Windstille und ein traumhafter Ausblick über meine neue Winterheimat waren der Lohn. Selten liegen Skigebiet und Segelboot so dicht beisammen. Beides mag ich so sehr, deshalb ist auch mein Snowboard mit an Bord verstaut, mit der weisen Vorrausicht, es hier bald zu nutzen. Noch reicht die Schneehöhe nicht ganz aus, ich bin da aber guter Hoffnung. Der Weihnachtsmann wird das schon erledigen. Ahoi, oder besser Ski heil.

4 Gedanken zu „X-Trip´s World und der Brief an den Weihnachtsmann“

  1. Hallo Micha
    Wiedermal schöne Bilder. Ich hoffe du hast noch genügend Heizmaterial für die kalten Nächte . Als ich dich das letzte Mal sah im Hafen von Gager war es ein bisschen wärmer ! Wir haben momentan hier in der Schweiz mit Föhn zwischen 22 und 24 Grad also weit weg vom Skifahren .
    Immerwieder interessant von dir zu lesen . Grüsse aus der Schweiz.

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